Mit Baukästen kann heute jeder in kurzer Zeit eine Website zusammenstellen. Warum also einen Webdesigner beauftragen? Ich bin selbst Webdesigner, deshalb versuche ich hier besonders fair zu sein: Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten die bessere Wahl ist.
Was ein Baukasten ist
Ein Baukasten ist ein Online-Dienst, mit dem Sie eine Website aus fertigen Vorlagen und Bausteinen zusammensetzen, meist per Ziehen und Ablegen. Hosting, Technik und Sicherheit übernimmt der Anbieter, dafür zahlen Sie eine monatliche oder jährliche Gebühr. Sie arbeiten innerhalb der Möglichkeiten, die der Anbieter vorsieht.
Wann ein Baukasten gut passt
- Sie brauchen eine einfache Seite mit wenigen Inhalten, etwa als digitale Visitenkarte.
- Sie haben Freude daran, selbst zu gestalten und zu schreiben, und die Zeit dafür.
- Das Budget ist gerade sehr knapp, und eine einfache Seite ist besser als keine.
- Sie möchten erst testen, ob sich eine Idee trägt, bevor Sie mehr investieren.
Wann ein Webdesigner besser passt
- Die Website soll regelmäßig Anfragen, Buchungen oder Verkäufe bringen.
- Sie möchten sich klar von Mitbewerbern abheben, statt wie viele andere Seiten auszusehen.
- Sie haben wenig Zeit und möchten sich auf Ihr Geschäft konzentrieren.
- Sie brauchen besondere Funktionen, mehrere Sprachen oder eine Anbindung an andere Systeme.
- Gefunden werden bei Google und in KI-Assistenten ist Ihnen wichtig.
Der versteckte Aufwand beim Baukasten
Die Technik ist beim Baukasten schnell erledigt. Die eigentliche Arbeit bleibt: Welche Seiten braucht es? Was steht auf der Startseite? Welche Texte überzeugen Ihre Kunden? Welche Bilder zeigen Ihr Unternehmen gut? Diese Fragen muss jede Website beantworten. Beim Baukasten beantworten Sie sie allein. Viele Baukasten-Seiten scheitern deshalb nicht an der Technik, sondern an unklaren Texten und einem Aufbau, der Besucher nicht zur Anfrage führt. Tipps dazu im Beitrag Was macht eine gute Website aus?.
Abhängigkeit vom Anbieter
Eine Baukasten-Website lässt sich meist nicht einfach zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Ändert der Anbieter Preise oder Funktionen, müssen Sie mitgehen oder neu bauen. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Domain auf Sie registriert ist. Dann können Sie die Adresse behalten, auch wenn die Website später woanders entsteht.
Was ein Webdesigner zusätzlich bringt
Ein guter Webdesigner liefert nicht nur Gestaltung, sondern einen Blick von außen: Was suchen Ihre Kunden, was überzeugt sie, und was können Sie weglassen? Dazu kommen technische Grundlagen für Google, schnelle Ladezeiten, Barrierefreiheit und eine Ordnung, die sich später erweitern lässt. Bei mir gehören außerdem ein Kundenportal mit Vorschau und Feedbackrunden und ein fester Ansprechpartner nach dem Start dazu.
Kosten ehrlich vergleichen
Ein Baukasten wirkt günstiger, weil die Gebühr klein ist. Rechnen Sie aber Ihre eigene Zeit mit, für Einarbeitung, Gestaltung, Texte und Pflege. Und rechnen Sie die Gebühren über mehrere Jahre. Ein Webdesigner kostet einmalig mehr, dafür entsteht eine Website, die zu Ihrem Unternehmen passt und Ihnen gehört. Welche Punkte den Preis bestimmen, steht im Beitrag Was kostet eine Website?.
Der Mittelweg
Es gibt auch Wege dazwischen: Ein Webdesigner legt Aufbau, Gestaltung und Texte fest, und Sie pflegen die Inhalte danach selbst über eine einfache Oberfläche. Oder Sie starten mit einer kleinen, sauber gebauten Seite und erweitern sie später. So bekommen Sie eine gute Grundlage, ohne gleich alles auf einmal zu bezahlen.
Entscheidungshilfe in fünf Fragen
- Soll die Website aktiv Kunden bringen, oder reicht eine Visitenkarte im Netz?
- Haben Sie Zeit und Lust, selbst zu gestalten, zu schreiben und zu pflegen?
- Wie wichtig ist es Ihnen, sich von Mitbewerbern abzuheben?
- Brauchen Sie besondere Funktionen wie Buchung, Shop oder mehrere Sprachen?
- Wie wichtig ist Ihnen, bei Google und in KI-Assistenten gefunden zu werden?
Wenn Sie die erste Frage mit „Visitenkarte“ und die zweite mit „Ja“ beantworten, kann ein Baukasten gut passen. Wenn die Website Kunden bringen soll und Ihre Zeit knapp ist, lohnt sich ein Webdesigner meist. Im kostenlosen Erstgespräch sage ich Ihnen auch ehrlich, wenn ein Baukasten für Ihr Vorhaben reicht.
Kann ich später vom Baukasten wechseln?
Ja. Inhalte wie Texte und Bilder lassen sich übernehmen, die Website selbst wird neu gebaut. Wichtig sind dann Weiterleitungen von den alten Adressen, damit Sie bei Google nicht an Sichtbarkeit verlieren. Mehr dazu im Beitrag Website-Relaunch.
Wie lange dauert es mit einem Webdesigner?
Ein Onepager ist bei mir meist in zwei bis drei Wochen fertig, größere Websites in vier bis acht Wochen. Woran das hängt, steht im Beitrag Wie lange dauert eine Website?.
Ob Baukasten oder Webdesigner: Achten Sie darauf, dass die Domain auf Sie läuft und Sie Zugang zu allen Inhalten haben. Dann bleiben Sie in jedem Fall unabhängig.



