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Zeit für etwas Neues?

Woran Sie merken, dass die alte Website nicht mehr passt, und wie der Wechsel gelingt.

· 5 Min. Lesezeit

Eine Website altert leise. Oft merkt man es erst, wenn Kunden nachfragen, was auf der Seite eigentlich stehen sollte, oder wenn man sie selbst nicht mehr gern zeigt.

Typische Anzeichen

  • Auf dem Handy ist die Seite schwer zu lesen oder zu bedienen.
  • Angebot, Preise oder Ansprechpartner stimmen nicht mehr.
  • Änderungen sind umständlich oder nur über Dritte möglich.
  • Es kommen kaum Anfragen über die Website.
  • Das Design passt nicht mehr zu Ihrem Unternehmen.

Was beim Wechsel wichtig ist

Bestehende Seiten, die bei Google gefunden werden, sollten auf die passende neue Seite weiterleiten. Sonst landen Besucher auf Fehlerseiten und gewachsene Sichtbarkeit geht verloren. Auch Inhalte, die gut funktionieren, sollten mit umziehen.

Eine gute Gelegenheit

Ein Relaunch ist der richtige Moment, Texte zu überarbeiten, unnötige Seiten zu streichen und Funktionen wie eine Terminbuchung dazuzunehmen.

Schritt für Schritt zum Relaunch

  • Bestandsaufnahme: Welche Seiten werden besucht, bei welchen Suchbegriffen werden Sie gefunden, woher kommen Anfragen?
  • Ziele festlegen: Was soll die neue Website besser machen als die alte?
  • Struktur planen: Welche Seiten bleiben, welche fallen weg, welche kommen dazu?
  • Inhalte überarbeiten: Texte und Bilder auf den neuen Aufbau abstimmen.
  • Gestaltung und Umsetzung auf einer Vorschau, die Google noch nicht findet.
  • Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue Adresse einrichten.
  • Start und Kontrolle: Sitemap einreichen und in den ersten Wochen auf Fehler achten.

Was Sie vorher sichern sollten

  • Eine Liste aller bisherigen Adressen, zum Beispiel aus der Sitemap oder der Google Search Console.
  • Die Seiten mit den meisten Besuchern und die Suchbegriffe, für die Sie gefunden werden.
  • Formulare, Einbindungen und Zugänge, die weiter funktionieren müssen.
  • Texte und Bilder, die gut ankommen und übernommen werden sollen.

Häufige Fehler

  • Die Vorschau ist für Google sichtbar und wird vor dem Start indexiert.
  • Nach dem Start bleibt die Sperre für Suchmaschinen aus der Vorschau aktiv.
  • Alte Adressen führen ins Leere, weil Weiterleitungen fehlen.
  • Gut gefundene Inhalte werden gekürzt oder gestrichen.
  • Bilder verlieren ihre Beschreibungen, Seiten ihre Titel.

Weiterleitungen richtig planen

Der wichtigste technische Schritt bei einem Relaunch sind die Weiterleitungen. Jede alte Adresse, die Google kennt oder auf die andere Seiten verlinken, sollte dauerhaft (mit dem Statuscode 301) auf die inhaltlich passende neue Seite zeigen. Nicht alles pauschal auf die Startseite: Das wertet Google oft wie eine fehlende Seite, und Besucher finden nicht, was sie gesucht haben.

  • Alle alten Adressen sammeln, zum Beispiel aus der Sitemap, der Search Console und einem Durchlauf über die alte Seite.
  • Zu jeder alten Adresse die passende neue festlegen, in einer einfachen Tabelle.
  • Seiten ohne Gegenstück auf die thematisch nächste Seite leiten.
  • Nach dem Start die Weiterleitungen stichprobenartig prüfen.
  • Interne Links auf der neuen Seite direkt auf die neuen Adressen setzen, nicht über Weiterleitungen.

Inhalte mitnehmen und verbessern

Ein Relaunch ist keine Gelegenheit, alles wegzuwerfen. Seiten, über die heute Anfragen kommen, haben sich bewährt. Ihre Inhalte sollten erhalten bleiben und dürfen besser werden: klarere Überschriften, aktuelle Angaben, Antworten auf neue Fragen. Gleichzeitig ist es der richtige Moment, schwache oder doppelte Seiten zusammenzulegen. Tipps dazu im Beitrag Texte für die Website schreiben.

Technik und Gestaltung neu denken

Mit einem Relaunch lässt sich auch die Technik überdenken. Muss die Seite auf einem System laufen, das ständig Aktualisierungen braucht, oder reicht eine schlanke, schnelle Lösung? Wer Inhalte selten ändert, profitiert oft von einfacher Technik. Wer häufig selbst pflegt, braucht dafür eine gute Oberfläche. Bei der Gestaltung gilt: erst klären, was Besucher suchen, dann gestalten.

Auch Barrierefreiheit gehört auf die Liste. Eine neue Website von Anfang an zugänglich zu bauen ist einfacher, als später nachzurüsten. Mehr dazu im Beitrag Barrierefreie Website.

Relaunch oder Überarbeitung?

  • Für eine Überarbeitung spricht: Die Technik ist aktuell und die Struktur passt, nur Texte, Bilder oder einzelne Seiten sind veraltet.
  • Für einen Relaunch spricht: Die Seite ist auf dem Handy schwer nutzbar, Änderungen sind umständlich, die Technik ist veraltet oder Ihr Angebot hat sich grundlegend verändert.
  • In beiden Fällen gilt: Was heute gut funktioniert, sollte erhalten bleiben.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Planen Sie den Start nicht in Ihre geschäftigste Zeit. In den ersten Tagen fallen oft Kleinigkeiten auf, die schnell behoben werden sollten, und dafür brauchen Sie und Ihr Dienstleister etwas Luft. Werbung oder Druckmaterial mit neuen Adressen sollte erst nach dem Start erscheinen.

Nach dem Start

In den ersten Wochen nach einem Relaunch können die Platzierungen bei Google schwanken, bis die neuen Seiten erfasst sind. Wichtig ist, in der Search Console auf Fehler und nicht gefundene Seiten zu achten und sie schnell zu beheben. Danach zeigt sich, ob die neue Website mehr Anfragen bringt als die alte.

Erfolg messen

Legen Sie vorher fest, woran Sie den Erfolg messen: Anfragen, Buchungen und Anrufe über die Website oder die Sichtbarkeit bei wichtigen Suchbegriffen. Halten Sie den Stand vor dem Relaunch fest. Nur so sehen Sie nach einigen Monaten, ob sich der Aufwand gelohnt hat. Eine Besucherstatistik ohne Cookies reicht dafür oft aus. Was vor dem Start alles geprüft werden sollte, zeigt die Checkliste vor dem Start einer Website.

Verliere ich durch einen Relaunch meine Platzierungen bei Google?

Nicht zwangsläufig. Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Mit vollständigen Weiterleitungen, erhaltenen Inhalten und sauberer Technik lassen sich dauerhafte Verluste in der Regel vermeiden. Riskant wird es, wenn Weiterleitungen fehlen oder gut gefundene Inhalte gestrichen werden.

Kann ich meine Domain behalten?

Ja, und das ist meistens sinnvoll. Die Domain zieht einfach auf die neue Website um. Ein Wechsel der Domain ist ein eigenes Vorhaben mit zusätzlichen Weiterleitungen und sollte gut begründet sein.

Was passiert mit meinen E-Mail-Adressen?

Die E-Mail läuft meist unabhängig von der Website. Beim Umzug müssen die Einträge für die E-Mail aber erhalten bleiben, sonst kommen keine Nachrichten mehr an. Das gehört auf die Liste für den Start.

Wie lange dauert ein Relaunch?

Ungefähr so lange wie eine neue Website, dazu kommt die Zeit für Bestandsaufnahme und Weiterleitungen. Wovon die Dauer abhängt, steht im Beitrag Wie lange dauert eine Website?.

Nicht jede alte Website muss komplett neu. Manchmal reichen neue Texte, bessere Bilder und ein paar technische Verbesserungen. Das lässt sich im Erstgespräch gut einschätzen.

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