Kurz vor dem Start einer neuen Website ist die Versuchung groß, einfach auf den Knopf zu drücken. Ein letzter, gründlicher Durchgang lohnt sich aber: Fehler, die jetzt auffallen, kosten Minuten. Fehler, die erst Kunden auffallen, kosten Vertrauen. Diese Liste nutze ich selbst vor jedem Start.
Inhalte
- Alle Texte sind freigegeben, Platzhalter sind entfernt.
- Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Adressen und Öffnungszeiten stimmen, überall gleich geschrieben.
- Preise, Angebote und Ansprechpartner sind aktuell.
- Bilder sind scharf, haben eine passende Größe und, wo sie Inhalt tragen, einen beschreibenden Alternativtext.
- Es gibt keine Tippfehler in Überschriften und Knöpfen. Lesen Sie die wichtigsten Seiten einmal laut.
Funktionen
- Jedes Formular einmal selbst abschicken: Kommt die Nachricht an, und bekommt der Absender eine Bestätigung?
- Buchung, Shop und Bezahlung mit einem Testvorgang prüfen.
- Alle Links anklicken, auch in Kopf- und Fußzeile. Führt keiner ins Leere?
- Telefonnummern und E-Mail-Adressen lassen sich am Handy antippen.
- Eingebundene Inhalte wie Karten oder Videos laden und verhalten sich wie erwartet.
Darstellung auf verschiedenen Geräten
Prüfen Sie die Website auf einem Handy, einem Tablet und einem großen Bildschirm, in verschiedenen Browsern. Achten Sie darauf, dass Texte lesbar sind, nichts abgeschnitten wird, Knöpfe groß genug sind und das Menü sich öffnen und schließen lässt. Versuchen Sie auch einmal, die Seite nur mit der Tastatur zu bedienen. Was dabei auffallen kann, steht im Beitrag Barrierefreie Website.
Technik und Tempo
- Die Website ist nur über HTTPS erreichbar, und die Adresse mit und ohne „www“ führt auf dieselbe Seite.
- Eine Prüfung mit Lighthouse oder PageSpeed Insights zeigt keine groben Probleme bei Ladezeit, Barrierefreiheit und Best Practices.
- Eine Fehlerseite für nicht gefundene Adressen ist vorhanden und führt zurück zur Startseite.
- Sicherungen sind eingerichtet, und jemand ist für Ausfälle zuständig.
Google und KI-Assistenten
- Jede Seite hat einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung.
- Die Sperre für Suchmaschinen aus der Vorschau ist entfernt. Das ist einer der häufigsten Fehler überhaupt.
- Die Datei robots.txt erlaubt den Zugriff, und eine Sitemap ist vorhanden.
- Strukturierte Daten zu Unternehmen und Leistungen sind eingebunden und fehlerfrei.
- Gibt es eine alte Website, führen alle alten Adressen per Weiterleitung auf die passenden neuen Seiten.
Mehr zu den Grundlagen finden Sie auf der Seite zu SEO und im Beitrag Wie KI-Assistenten Unternehmen finden.
Rechtliches
- Impressum und Datenschutzerklärung sind vollständig und von jeder Seite aus erreichbar.
- Alle eingebundenen Dienste stehen in der Datenschutzerklärung.
- Dienste, die eine Einwilligung brauchen, laden erst nach Zustimmung.
- Bei Shops: Widerrufsbelehrung, Allgemeine Geschäftsbedingungen und Angaben zu Preisen und Versand sind vorhanden.
- Für alle Bilder, Schriften und Texte liegen die Nutzungsrechte vor.
Diese Punkte sind eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Lassen Sie rechtliche Texte im Zweifel von einer Fachperson prüfen.
Zugänge und Zuständigkeiten
- Die Domain ist auf Ihr Unternehmen registriert.
- Sie haben Zugang zu Domain, Hosting, E-Mail und gegebenenfalls Shop oder Oberfläche zur Pflege.
- Die Zugänge sind sicher aufbewahrt, nicht in einer offenen Tabelle.
- Es ist klar, wer Änderungen macht, Aktualisierungen einspielt und bei Problemen ansprechbar ist.
Am Tag des Starts
- Nicht direkt vor einem Wochenende oder Urlaub starten, damit Zeit für Korrekturen bleibt.
- Nach dem Umschalten die Website von einem anderen Gerät und Netz aus aufrufen.
- Formulare noch einmal auf der echten Adresse testen.
- Bei einem Umzug prüfen, ob E-Mails weiter ankommen.
In den ersten Wochen danach
- Die Website in der Google Search Console und den Bing Webmaster Tools anmelden und die Sitemap einreichen.
- Nach einigen Tagen prüfen, ob die Seiten erfasst werden und ob Fehler gemeldet sind.
- Das Google-Unternehmensprofil auf die neue Website verlinken.
- Die neue Adresse überall eintragen: E-Mail-Signatur, Profile, Visitenkarten, Verzeichnisse.
- Erste Rückmeldungen von Kunden sammeln und kleine Verbesserungen umsetzen.
Wie Sie das Profil bei Google einrichten, steht im Beitrag Google-Unternehmensprofil einrichten. Wer sich nach dem Start nicht selbst um Technik und Änderungen kümmern möchte, findet bei mir Hosting und Wartung als Monatsabo.
Drucken Sie sich die Liste aus oder kopieren Sie sie in Ihre Aufgaben. Vieles davon prüft man nur einmal, aber genau diese einmaligen Fehler fallen sonst erst Kunden auf.



